Zipora Feiblowitsch – Eine Überlebende des Holocaust zu Besuch am A.-S.-Puschkin Gymnasium

Am 22.03.2018 durften die 11. Klassen und ihre GeschichtslehrerInnen des A.-S.- Puschkin Gymnasiums Zipora Feiblowitsch, eine Überlebende des Holocaust, zu einem Zeitzeugengespräch in der Aula begrüßen. Begleitet wurde sie von ihrer Tochter Malka Melamed sowie Mitarbeitern des Instituts Neue Impulse e.V. aus Sachsen-Anhalt, die gemeinsam seit vielen Jahren Schulbesuche organisieren und umsetzen.

Die heute 91-jährige erstaunte mit ihrer sehr lebendigen Ausstrahlung. Zweimal im Jahr nimmt sie die beschwerliche Reise von Israel nach Deutschland auf sich, um jeweils eine Woche lang Schulen zu besuchen und über ihre Vergangenheit zu berichten.

Zipora Feiblowitsch wurde 1927 in Siebenbürgern im heutigen Rumänien geboren und wuchs dort als eines von fünf Kindern einer jüdischen Familie auf. 1944 fand Ihre Jugend mit der Deportation ihrer gesamten Familie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau nahe Krakau ein abruptes Ende.

Es ist einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sie für einen Einsatz in der deutschen Rüstungsindustrie im Arbeitslager Salzwedel (nahe Bergen-Belsen) ausgewählt worden war. Dies war vermutlich lebensrettend. So gelang sie nach Deutschland, von wo sie über beschwerliche Umwege nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Israel auswandern konnte.

In ihren sehr bildhaften Erzählungen vermittelt die Zeitzeugin einen schier unfassbaren Einblick in ihre Vergangenheit als jüdischer Häftling, die den Nationalsozialisten schutzlos ausgeliefert war und doch überlebte.

Diesen Eindruck hinterließ die Holocaust-Überlebende auch bei den Schülerinnen und Schülern, die davon berichteten wie, „berührend und mitreißend“ das Gespräch auf sie wirkte. Besonders eindrucksvoll erschienen die Schilderungen zum Verlust ihrer Familie, die einige Schülerinnen und Schüler anregte, darüber nachzudenken, wie unvorstellbar der frühzeitige Tod von Familienmitgliedern erscheint. So schreibt eine Schülerin: „Man fing einfach selbst an, sich vorzustellen, dass es auch mein eigner Großvater hätte sein können.“ Viele Schüler und Schülerinnen berichteten, dass sie im Anschluss an das Gespräch mit Eltern, Großeltern und Freunden über ihre Eindrücke und Gedanken über die Schilderungen der Zeitzeugin gesprochen haben.

Die Schülerschaft begrüßte die persönliche Begegnung mit der Zeitzeugin, da diese, so ein Schüler, „das Tor zur Zukunft über die Abgründe der Vergangenheit hinweg“ öffnete.

Wir danken der Stiftung und vor allem Zipora Feiblowitsch und ihrer Tochter für die Möglichkeit, Geschichte aus einer ganz neuen Perspektive erlebt zu haben.

Auch am 04.10.2018 wird es eine Begegnung mit einer Holocaust-Überlebenden geben. Wir freuen uns sehr darauf, an diesem Tag Tamar Landau begrüßen zu dürfen.


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Veröffentlicht
11:56:00 25.09.2018
Schwerdtfeger