Schüler berichten vom Schüleraustausch mit Kasachstan

Die Puschkiner in Kasachstan(8.9-20.9.2018)

Wir landeten am Sonntag, dem 9.9.2018, in Kasachstan um 4:30 Uhr auf dem Flughafen in Schymkent. Wir hatten einen ruhigen und angenehmen Flug und unsere Gastfamilien empfingen uns sehr herzlich.

Am Montag sind wir dann das erste Mal in der Schule gewesen. Der Schuldirektor hieß uns vor der versammelten Schüler- und Lehrerschaft auf dem Schulhof Willkommen. Danach gingen wir in den Unterricht unserer Austauschschüler. Nach der ersten Unterrichtsstunde gab es einen Flashmop auf dem Schulhof, was für uns sehr ungewohnt, aber denoch interessant war. Am Ende des Schultages fand ein Konzert für uns statt. Auf diesem Konzert sangen, tanzten die Schüler für uns und spielte auf Instrumenten. Die Schüler lernten extra für uns einen deutschen Tanz. Es war einfach fantastisch. Die Schüler der Nazarbayev-Intellectual-School zeigten ein großes Interesse an uns und an Deutschland, so wie wir auch viel von ihnen wissen wollten, dadurch entstand ein großer Austausch von Informationen. Die Nazarbayev-Intellectual-School ist eine sehr beeindruckende Schule.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir zu einem Ethno-Museum in Schymkent. Dort zeigten sie uns alte Töpferkunst, Gemälde und Instrumente. Dort befand sich auch eine nachgebaute Höhle zum Beten, in der jede Religion willkommen war. Es war ein sehr spannender Ort. Danach gingen wir ins Assemblee der Völker Kasachstans und haben uns mit den Minderheiten Kasachstans getroffen. Dort empfingen sie uns freundlich und führten uns herum. Sie trugen Trachten, die sehr schön anzusehen waren und welche ihre Herkunft zeigten. Sie führten uns ein musikalisches Stück vor und um uns zu revanchieren, tanzten wir einen deutschen Volkstanz, die Sternpolka. Wir verabschiedeten uns und gingen zum letzten Programmpunkt des bisher wundervollen Tages über. Die Stadtrundfahrt mit dem Redbus. Schymkent ist eine wunderschöne Stadt, die, bei egal welcher Uhrzeit, einfach fantastisch aussieht.

Wir nahmen an Mittwoch an einer Stadtführung, die unsere Austauschschüler vorbereiteten, teil. Sie zeigten uns beeindruckende Orte, wie zum Beispiel die Stadtbibliothek. Es gibt verschiedene Abteilungen in der Bibliothek mit sehr vielen Büchern für Groß und Klein. Danach liefen wir zur Gedenkstätte Kassiret. Sie erklärten uns, dass in der Zeit Stalins Menschen einfach von den Straßen weggeholt und erschossen wurden, ohne Prozess und Urteil. Es ist ein Ort der Trauer, an dem die Opfer in Ehren gehalten werden. Dann ging es weiter zum heimatkundlichen Museum, dort gibt es beeindruckende Artefakte vergangener Zeit, man kann sich dort in die Geschichte hineinversetzen. Der Baumgarten, zu dem wir dann liefen, war sehr groß und wunderschön, es gibt dort auch Pfauen, die man uns zeigte. Und zun Abschluss dieses fantastischen Tages fuhren wir mit dem Altyn eye, das ist ein Riesenrad und der höchste Punkt Schymkents. Man hatte eine atemberaubende Aussicht.

Am Donnerstag fuhren wir mit dem Bus zur altertümlichen Stadt Otyar, einer sehr spannenden Ausgrabungsstätte. Ein Archäologe kam zu uns, führte uns herum und erklärte uns viel zu dieser Stadt. Dann fuhren wir ins Mausoleum von Chodscha Ahmed Yasawi in Turkistan. Er gilt als ein bedeutender Vertreter des Suffismus, einer in Zentralasien weit verbreiteten Richtung des Islams. Dsa Mausoleum wurde von 1389-1405 erbaut. Es ist eine sehr beeindruckende Anlage, die auch sehr viele Artefakte besitzt. Danach fuhren wir zu geheimnisvollen Höhle Akmeschit in Baidibek, eine von Gott gemachte, heilige Stätte, die man gesehen haben sollte. Es gibt kaum Worte, die beschreiben würden, was wir sahen. Freitag ging wir wieder in die Schule.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir ins Freilichtmuseum „Gaiyp Eren Kyryk Schilten“.  Auf dem Berg stand früher die Arche Noah, dort gibt es auch einen Adam – und – Eva - Felsen. Der Felsen besteht aus zwei Felsplatten, die eine sehr enge Felsspalte bilden, durch die man hindurchgeht. Nach einer Legende kommt der mit reinem Herzen hindurch, wer ein unreines Herz besitzt, bleibt stecken. Zum Glück ist niemand von uns steckengeblieben. Danach ging es in das Dorf Kaskassu. Dort betreibt eine Familie Falken- und Adlerzucht seit vielen Generationen. Es sind sehr beeindruckende, große und starke Tiere, die wir, mit entsprechender Schutzkleidung, auf den Arm nehmen durften. Wir veranstalteten dort ein Picknick, jeder brachte Essen mit. Wir tranken dort Kumis, Stutenmilch, die einen für uns sehr gewöhnungsbedürftigen Geschmack besitzt. Aber gekostet wurde sie von jedem. Als Überraschung gab es gegrillte Entenfleischspieße, die sehr köstlich schmeckten. Wir erlebten einen sehr erfahrungsreichen Samstag.

Den Sonntag verbrachte jeder von uns in seiner Gastfamilie. Montag besuchten wir das Naturschutzgebiet „Aksu-Shabagly“, besuchten das Museum und begaben uns auf eine lange und harte Wanderung. Aber all die Mühe wurde durch die wunderschöne Umgebung belohnt, auch wenn wir die versprochenen Bären und Wölfe nicht zu Gesicht bekamen, ihre Hinterlassenschaften aber schon. Die Aussicht auf den Wasserfall war beeindruckend, diese Wanderung lohnte sich auf jeden Fall.

Am Dienstag haben wir in der Schule den Deutschunterricht gestaltet. Wir teilten uns dazu in Gruppen auf. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit der Geografie Deutschlands. Die zweite Gruppe sprach über das Schulsystem in Deutschland, während die dritte und vierte Gruppe die Sprache in den Vordergrund stellten.

Mittwoch fuhren wir in die Zentral-Moschee in Schymkent. Sie ist die zweitgrößte Moschee Kasachstans. Am Abend gab es eine lustige und anrührende Abschlussfeier. Wir tanzten, sangen und lachten gemeinsam. Am nächsten Morgen, eigentlich noch mitten in der Nacht, brachten uns unsere Gastfamilien zum Flughafen und wir mussten uns verabschieden. Wir hatten einen angenehmen Heimflug und wussten, wir werden immer eine zweite Familie in Kasachstan haben.

Es war eine sehr schöne Erfahrung, die wir alle gerne wiederholen würden.

Marleen Freya Lützkendorf

 

Überall wird man herzlich und neugierig empfangen, das ist Kasachstan!

Es war 6:25 Uhr, als wir nach einer etwa 10 stündigen Anreise bei unserer Gastfamilie angekommen sind. Begrüßt wurden wir mit der beliebtesten und häufigsten Mahlzeit. Der Tea-Time! Eine Mahlzeit, selbstverständlich mit Tee, dazu Früchte und Gebäck. Es war etwas ungewohnt und aufregend, da wir mit einem sehr kleinen Auto abgeholt wurden. Angekommen sind wir in einem großen Haus in der Nähe des Dendroparks. Es war total verrückt, denn in den Häusern war wirklich gar keine Dekoration, was bei uns in Deutschland kaum vorstellbar wäre. Nach nur drei Stunden Schlaf sind wir dann in einen Freizeitpark gegangen. Bei uns in Deutschland etwas Besonderes und in Kasachstan was recht Normales, denn es gibt dort sehr viele dieser Art. Unsere Kommunikation lief überwiegend auf Deutsch und Englisch, dennoch haben wir die alltäglichen Dinge in russischer Sprache gesprochen.
Am Montag lernten wir das Schulsystem von Kasachstan kennen. Nach dem außergewöhnlichen Frühstück, mit Tee und Burgern, fuhr uns der Vater zur Schule. Eine große Schule mit Wasserspender, Fitnessstudio und einer riesigen Mensa für die drei Mahlzeiten am Tag. Von dem Gemüse, welches in der Mensa gegessen wird, bauen die Schüler vieles selber an. Jeden Montag, vor der ersten Stunde, gehen alle Schüler klassenweise auf den Schulhof. Zur Begrüßung standen alle Schulklassen auf dem Hof, gemeinsam mit ihren Lehrern in Formation. Wir Gastschüler aus Deutschland traten zusammen nach vorn und wurden von dem Schulleiter herzlich willkommen geheißen. Das war ein sehr schöner Moment, da wir uns sehr geehrt fühlten.
Anschließend folgte der Unterricht, an dem wir aufgrund der englischen Sprache teilnehmen konnten. Zunächst Biologie, danach Chemie.

Am Nachmittag sind noch einmal alle Schüler auf den Schulhof gegangen und wir tanzten einen sogenannten „Flashmob“, es war echt total lustig. Ich hatte den Eindruck, dass die Schuluniformen und solche gemeinsamen Aktivitäten zu einem angenehmen Miteinander beitragen.
In all den Tagen haben wir sehr viele Museen und Moscheen besucht, um uns die kasachische Kultur näher bringen zu lassen. Sie haben uns viel gezeigt und viel erklärt.
Wir haben viele landestypische Speisen probiert, wobei am außergewöhnlichsten die Kumis (Stutenmilch) war. Als Eselsbrücke sagt man, dass schmeckt wie Kuhmist.
Es gibt viele besondere und heilige Wände, an denen man seine negative Energie loswerden kann. Das war für mich sehr besonders. In Kasachstan fühlte sich jeder Tag wie ein Feiertag an, es gab immer besonders viel Essen.
Nach allem, was ich in diesem fremden Land erlebt habe, kann ich sagen, die kasachische Kultur und die deutsche Kultur sind nicht miteinander zu vergleichen.
Die Gastfreundlichkeit und Höflichkeit der Menschen in Kasachstan war wirklich beeindruckend. Einen Satz nehme ich besonders mit:
„Gute Taten führen zu einem guten Leben!“

Jorell Williams


 


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Veröffentlicht
13:38:00 27.11.2018
Schwerdtfeger