Linguistik in Südkorea

Die 17. Internationale Linguistik-Olympiade fand dieses Jahr in Südkorea in der Stadt Yongin statt. Die Hankuk University of Foreign Studies stellte uns während der Semesterferien ihren riesigen Campus und die Wohnheime zur Verfügung.

Die IOL ist ein Wettstreit des Themenbereichs Linguistik/Sprachwissenschaft, in dem sich die Teilnehmer aus verschiedenen Ländern im Einzel- und Teamwettkampf messen. Dieses Jahr nahmen insgesamt 53 Teams mit 209 Teilnehmern aus 36 Ländern und Regionen der Erde teil, darunter war auch das deutschen Team, zu welchem ich gehörte.

In drei Vorrunden wurden die vier Mitglieder für unser Team entschieden. Die Aufgaben für die Olympiade und die Vorrunden bestehen eigentlich immer aus Analysen von indigenen Sprachen aus aller Welt. (FunFact: 2019 ist offiziell das Jahr der indigenen Sprachen!) Dabei kann es sich sowohl um eine Analyse in Schift, Vokabeln und/oder Grammatik handeln.

An der IOL können Schüler von weiterführenden Schulen teilnehmen, wenn das jeweilige Land ein oder auch zwei Teams stellt. Das Leibniz-Zentrum für allgemeine  Sprachwissenschaft war in diesem Jahr für die Auswahl und Betreuung verantwortlich und trat mit einem Team bei der Olympiade an.

Die Teilnahme an der IOL ist für Deutschland fast noch etwas Neues. Der Wettbewerb ist bei uns im Gegensatz zu anderen Länder noch nicht sehr bekannt und erhält deshalb auch nur geringfügige Förderungen, weshalb es ein Erlebnis war, die anderen Teams, die manchmal auch das ganze Jahr lang hierfür trainierten, kennenzulernen. Es gab viele Aktivitäten und auch Ausflüge in Südkorea, um sich mit den anderen Teilnehmern anzufreunden und das Land mit seiner reichen Kultur zu erleben. Es war eine lustige und nerdige Zeit, in der viele Linguistik-Memes und Freundschaften entstanden sind. Da die Wettkämpfe nur an zwei Tagen stattfanden, bleib genügen Zeit für Gespräche über und in verschiedenen Sprachen. Abends spielten wir häufig mit dem polnischen Team noch Set, sangen mit dem Team aus Hong Kong Karaoke, machten Fotos mit dem koreanischen Team oder liefen über den Campus der Universität mit jedem, der noch Lust hatte sich zu bewegen. Die Volunteers erzählten noch Geschichten von ihrer IOL-Zeit, die meist nur wenige Jahre zurücklag. Viele der IOLing-Familie waren schon in den vorherigen Jahren dabei, manche kamen neu hinzu und ehemalige Teilnehmer waren als Jury, Betreuer oder Volunteers tätig.

Auch wenn nur eine meiner Mitstreiterinnen eine Honorable Mention erhalten hat und wir im Teamwettkampf leider auch keine Platzierung geschafft haben, war es doch eine außergewöhnliche Woche mit viel Spaß, Sprachen und neuen Freunden.

 

Ich bin stolz sagen zu können, dass ich ein Teil der IOLing-Familie sein durfte und hoffe, auch in den nächsten Jahren weiter als Volunteer oder Betreuer tätig sein zu können.

 Santina Kemper -

 


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Veröffentlicht
11:46:00 25.09.2019
Schwerdtfeger