Shoshona Direnfeld – eine Überlebende des Holocausts zu Gast an unserem Gymnasium

Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 erlebten am 19.08. 2019 eine
besondere Geschichtsstunde, denn Frau Shoshona Direnfeld berichtete in einer
sehr bewegenden Weise über ihr schweres Leben als Jüdin in der Zeit des
Nationalsozialismus.





1928 in Ungarn geboren, erlebte sie schon in früher Kindheit die wachsende
Diskriminierung und Verfolgung ihrer Familie. Gemeinsam mit ihren Eltern und
den 8 Geschwistern wurde sie mit 15 Jahren gezwungen, in einem Ghetto zu leben.
Dies war allerdings nur eine Zwischenstation, denn einige Zeit später wurde sie
unter unmenschlichen Bedingungen in einem Viehwagon nach Auschwitz
deportiert. Sie berichtete weiter, dass hier nur die Überlegung, sich als 18jährige
auszugeben, sie vor dem sicheren Tod rettete, denn Schwache und Kinder wurden
sofort selektiert und in den Tod geschickt. So geschah es auch mit ihrer Mutter
und ihren jüngeren Geschwistern. Der Vater verstarb kurz vor der Befreiung im
Konzentrationslager Buchenwald. Nur vier ihrer Geschwister haben überlebt.
Lediglich ein Bild ihrer Mutter, das sie im Schuh versteckte, blieb als Erinnerung.
Tief bewegt berichtete sie uns von ihrem Lagerdasein und den täglichen
Schikanen, denen sie ausgesetzt war. Ganz genau kann sie sich noch an ihre
Häftlingsnummer (61807) erinnern, denn ihren Namen hatte sie in Auschwitz
nicht mehr tragen dürfen. Diesem schrecklichen Ort konnte sie nur entkommen,
da ein Ingenieur aus Tschechien Arbeitskräfte für seine Fabrik benötigte und sie
auch ausgewählt wurde.

Wie ging es nach dem Kriegsende weiter? Frau Shoshona Direnfeld berichtete,
dass das Gefühl der Befreiung unbeschreiblich war und sie über Prag nach
Budapest kam, wo die jüdische Gemeinde ihre Unterstützung anbot.
Trotz des unbeschreiblichen Leides, das sie erleben musste, beantwortete Frau
Direnfeld die Frage, ob sie Hass gegen Deutschland empfindet, mit einem
Nein.
Folgende Worte gab sie uns mit auf den Weg:

„Die heutige Generation trägt keine Schuld, aber wichtig ist es, dass dafür Sorge
getragen wird, damit so etwas nie wieder möglich werden kann.“

C. Helbig


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Veröffentlicht
10:50:00 19.08.2019
Schwerdtfeger