Begegnung mit einer Überlebenden des Holocausts

Am 04.10.2018 besuchte die Jüdin Tamar Landau unsere Schule. Sie ist eine der letzten Zeitzeugen, die
den Holocaust und die schrecklichen Verbrechen der Nationalsozialisten miterleben mussten.
Zu uns Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 11 kam sie, um ihre Lebensgeschichte mit uns zu
teilen.

Die heute 87-Jährige berichtete, wie sie als junges Mädchen aufgrund ihrer Religion erst aus ihrer Heimat
in ein Ghetto vertrieben und anschließend mit ihrer älteren Cousine in ein Durchgangslager gebracht
wurde. Von dort kam sie in ein Arbeitslager. Sie erklärte uns, dass sie nur dank ihrer Cousine überlebt
hatte.

In diesem Arbeitslager musste sie schwere Zwangsarbeit leisten.
Als sie uns von den schrecklichen Verhältnissen im Lager berichtete, haben wir alle gespürt, wie glücklich
wir uns schätzen können, in unserer heutigen Zeit leben zu dürfen.

Am Ende ihres Leidensweges wurde sie nach Auschwitz deportiert und von dort aus auf einen der
Todesmärsche geschickt. Nach all diesen Jahren hatte sie niemanden mehr. Bedrückende Stille
herrschte, als sie berichtete, dass sie ihre zwei Schwestern, ihre Mutter und auch ihren Vater nicht
wiedersehen würde. Ihre Cousine, der sie so viel zu verdanken hatte, starb kurz vor der Befreiung von
Auschwitz.

Nach dem Frau Landau so emotional von ihrem Leidensweg erzählte, hatten wir die Gelegenheit, Fragen
an sie zu richten, die sie uns gern und ausführlich beantwortete. So erzählte sie uns z.B. noch, wie sie
ihren Mann in einem Kinderheim kennenlernte und wie sie danach ihr Leben weiterführte.
Stolz berichtete sie auch über ihre Enkelin, die sie begleitete und heute in der Schweiz lebt.
Die Stunden waren spannend, emotional, aber auch zutiefst bedrückend.

Tamar Landau ist eine sehr beeindruckende Frau. Trotz ihrer schrecklichen Erlebnisse aus der Kindheit ist
sie eine durch und durch lebensbejahende und bewundernswerte Persönlichkeit.
Zum Abschluss verbreitete sie mit folgenden Worten Optimismus:

Es ist nicht eure Schuld, dass so etwas passiert ist, aber es läge in unserer Verantwortung, dass so
etwas nicht wieder passiert
.“

E. Gerhardt


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Veröffentlicht
11:11:00 04.10.2018
Schwerdtfeger